Im Fokus der conhIT 2017: Die Zukunft des KIS

Gesundheitswesen ohne IT ist nicht mehr vorstellbar – so lautete im letzten Jahr das Ergebnis des bvitg-Branchenberichts. Der überwiegende Teil der Leistungserbringer im Gesundheitswesen sieht einen positiven Wertbeitrag von IT-Lösungen. Gleichzeitig besteht jedoch immer noch Skepsis seitens der Entscheider, wenn es um Investitionen in neue IT-Lösungen geht. Im Rahmen der conhIT – Connecting Healthcare IT nutzen deshalb die Aussteller die Möglichkeit, den Fachbesuchern die Potentiale von IT aufzuzeigen und diese ausgiebig zu beraten, unter anderem die Anbieter von Krankenhausinformationssystemen (KIS).

„Wir sehen die Digitalisierung als Reise unserer Kunden, auf der wir sie mit richtungsweisenden Lösungen begleiten. IT stellt eine enorme Unterstützung für die kommenden Herausforderungen im Gesundheitswesen dar. Klinische Algorithmen und standardisierter, klinischer Content sind die nächsten Schritte hin zu einer digitalen, patientenzentrierten und sektorübergreifenden Versorgungssteuerung. Hier können alle Beteiligten von unserer umfangreichen internationalen Erfahrung als einer der Marktführer in Deutschland – technologisch wie konzeptionell – profitieren. Wir freuen uns, dass Krankenhausbetreiber immer mehr die Potentiale erkennen, um Investitionen in die IT zu tätigen“, so beschreibt Dr. Thomas Berger, Geschäftsführer von Cerner Deutschland, die Perspektive im Hinblick auf die Digitalisierung in Krankenhäusern.

Auch Matthias Meierhofer, Geschäftsführer der MEIERHOFER AG, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Firmenbestehen feiert, sieht die Nähe zum Kunden als einen wichtigen Faktor im Hinblick auf den digitalen Wandel im Gesundheitswesen: „Ob vom Gesetzgeber oder vom neuen Institut für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTiG) – unsere Kunden sind mit immer neuen Anforderungen konfrontiert. Unsere zentrale Botschaft lautet deshalb, dass wir den technischen Wandel mitgehen und mitgestalten, für die Kunden aber gleichzeitig ein zuverlässiger und sehr persönlicher Anker bleiben, der allem Wandel zum Trotz Kontinuität bietet. Unsere Schwerpunkte in diesem Jahr sind das papierlose Krankenhaus, die intersektorale Kommunikation und das Thema PDMS. So werden wir unter anderem ein komplett neues Dokumentenmanagement mit „wachsendem“ Arztbrief nach CDA-Standard und eine neue mobile Lösung für die mobile Visite präsentieren.“

Dass stationäre Einrichtungen heutzutage nicht mehr für sich allein stehen, sondern die digitale Vernetzung eine wesentliche Rolle für ihr Bestehen spielt, haben die Anbieter von Gesundheits-IT entsprechend ganz oben auf der Agenda. So stellt in diesem Jahr die CompuGroup Medical SE sein neues Krankenhausinformationssystem vor. Uwe Eibich, Vorstand der CompuGroup Medical SE, beschreibt hierzu die notwendigen Komponenten: „Die einrichtungsübergreifende Kommunikation mit Einweisern, Apotheken, Rehakliniken oder Laborpartnern wird immer wichtiger – es muss schließlich die gesamte Wertschöpfungskette der Klinik effizient gestaltet werden, um nachhaltige Wirtschaftlichkeit in Kliniken erreichen zu können. Zukünftig spielt insbesondere dann auch die zunehmende aktive Einbindung der Patienten eine wesentliche Rolle. Internationale Erfahrungen zeigen dabei, dass das Werkzeug zur Einbindung von Patienten elektronische Akten – also Gesundheitsakten, Patientenakten oder Fallakten – sind.“

Neben der elektronischen Patientenakte, die immer stärker von verschiedenen Stakeholdern gleichermaßen gefordert wird, gilt zudem die Digitalisierung der Medikationsverordnung als eine wichtige Etappe hin zum papierlosen Krankenhaus. „Die Verordnung von Medikamenten in Verbindung mit Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) ist ein Thema, das beim Ausbau der Digitalisierung des Krankenhauses nicht losgelöst von anderen medizinischen Abläufen angegangen werden sollte. Die Medikation betrifft ja nicht nur die Stationen, sondern auch Aufnahme und Entlassung, das Leistungsstellenmanagement und selbst Endoskopie oder Radiologie“, so Winfried Post, Geschäftsführer und Generalmanager Agfa HealthCare DACH.

Im Rahmen der Umsetzung des bundeseinheitlichen Medikationsplans betont zudem Dr. Daniel Diekmann, Geschäftsführer ID GmbH & Co. KGaA, den Bedarf an grundsätzlichen Strukturen und Standards: „Worauf wir unabhängig vom Medikationsplan stärker aufmerksam machen wollen, ist die Arzneimittelanalytik, die überhaupt erst möglich wird, wenn die Medikationsdaten in einem Krankenhaus digital vorliegen. Wer Medikationsdaten systematisch mit Parametern wie Diagnosen, Verweildauer oder Kosten korreliert, der kann mannigfaltige Erkenntnisse generieren, betriebswirtschaftlich wie medizinisch, z.B. bei der Behandlung mit Antibiotika.“

Ob Medikationsplan, elektronische Patientenakte oder andere eHealth-Anwendungen: Die Produktpalette im KIS-Sektor ist vielfältig und hat zum Ziel die Vernetzung im Gesundheitswesen entscheidend zu voranzubringen. Hierzu gilt es den entsprechenden Rahmen zu schaffen und die Anwender von den IT-Lösungen zu überzeugen.

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