Glossar

E

Elektronische Patientenakte (EPA)

EDV-System zur elektronischen Verwaltung aller Daten eines Patienten für einen konkreten Fall. Teilweise wird die digitale Langzeitarchivierung aller Dokumente einer Patientenakte als APA – Archivierte elektronische Patientenakte – bezeichnet.

Quelle: Prof. Dr. Ing. Wolfgang Riedel, Institut für Krankenhauswesen Braunschweig

EPA

H

Heim-Software

EDV-System für  Alten- und Pflegeheime zur zentralen Verwaltung und Verarbeitung von Bewohnerdaten. Wesentliche administrative  Funktionen sind die Aufnahme, die Basisdokumentation, das Erfassen und Fakturieren von abrechnungsorientierten Daten, das Generieren von Listen und  Statistiken, eine Taschengeldverwaltung sowie die Kommunikation mit den Kostenträgern. Hinzu kommen pflegerelevante informationsverarbeitende Funktionen. Dazu gehören u.a. die Pflegedokumentation, Stationsorganisation, Essensanforderung, Material- und Medikamentenerfassung, Dienstplanung.

Hygiene-Informations-System

EDV-System, zur interdisziplinären Qualitätssicherung innerhalb der Krankenhaushygiene mit einem zentralen Monitoring hygienisch relevanter Daten. Die Daten werden von den Datenquellen (KIS und mikrobiologisches Labor) in das Data Warehouse geladen und unter hygienischen und epidemiologischen Gesichtspunkten verknüpft, überwacht und ausgewertet. Die Daten dienen unter anderem zur Früherkennung von multiresistenten Erregern und Häufungen von Infektionen. Die Datenanalyse ermöglicht ein Benchmarking auf Basis von nationalen und internationalen Referenzwerten.

K

KAS
KIS
Klinik-Prozess-Steuerungs-System

EDV-System, welches die Umsetzung von medizinischen Arbeitsprozessen in der Organisation erleichtert. Der Anwender hat die Möglichkeit, die Bearbeitung von Dokumenten und Vorgängen zu verfolgen. Arbeitsschritte wie z.B. Untersuchungsdokumentation, Diagnosen- und Leistungsver-schlüsselung, Leistungsabrechnung, Qualitätskontrolle etc. können festgelegt und in ihrer Reihenfolge, ihrem Bezug untereinander und ihrem zeitlichen Ablauf definiert und gesteuert werden.

Klinisches-Arbeitsplatz-System (KAS)

Stationsarbeitsplatz

Ein rechnergestütztes Anwendungssystem als Teilkomponente eines Krankenhaus-Informations-Systems, das pflegerische und ärztliche Tätigkeiten unterstützt. Dazu gehören im pflegerischen Bereich die Pflegedokumentation inkl. Vitalparametererfassung, Essensanforderung, Leistungsanforderung und Befundrückmeldung, Material- und Medikamentenanforderung sowie Stationsorganisation und Dienstplanung. Mit einigen, aber wenigen Überschneidungen gehören zum ärztlichen Bereich die medizinische Dokumentation mit Anamnese, Berichts- und Arztbriefschreibung, das Diagnosenmanagement, die Unterstützung ärztlicher Diagnostik und Therapie etwa durch die Integration bildgebender Verfahren und von medizinischem Wissen.

Quelle: Dr. rer. nat. J. Ingenerf, Institut für Med. Informatik Universität zu Lübeck

Kommunikationsserver

Anwendungssoftwaresystem, welches als zentrale Komponente eines verteilten Krankenhaus-Informations-Systems die Kommunikation zwischen den Teilsystemen sicherstellt. Die wesentlichen Aufgaben eines Kommunikationsservers sind die netzwerktechnische Anbindung der Subsysteme über diverse Protokolle, die Weiterleitung und Sicherstellung von Nachrichten, die Überprüfung und Konvertierung von Datenaustauschformaten sowie das Überwachen und Dokumentieren vorhandener Schnittstellen.

Quelle: Dr. rer. nat. J. Ingenerf, Institut für Med. Informatik Universität zu Lübeck

Krankenhaus-Informations-System (KIS)

Teilsystem eines Krankenhauses oder einer Rehaklinik, welches alle informationsverarbeitenden Prozesse und die an ihnen beteiligten menschlichen und maschinellen Handlungsträger in ihrer informationsverarbeitenden Rolle umfasst.

Wesentliche Komponenten des KIS sind ein Patientendatenmanagementsystem, Klinische Arbeitsplatzsysteme, Pflege-Informations-Systeme, Order-Entry-Systeme, Archivsysteme, ein Krankenhausverwaltungssystem, Kommunikationsserver und Expertensysteme.

Quelle: Dr. rer. nat. J. Ingenerf, Institut für Med. Informatik Universität zu Lübeck

Krankenhausverwaltungssystem

Administratives System

Teil eines KIS, das die Verwaltung eines Krankenhauses als Unternehmen unterstützt. Dazu gehören Finanzbuchhaltung, Rechnungswesen, Anlagenbuchhaltung, Material- und Personalwirtschaft,  Facility-Management, Controlling und Instandhaltung. Patientendaten spielen hier nur insofern eine Rolle, als abgeschlossene Behandlungsfälle abgerechnet werden müssen.

Quelle: Dr. rer. nat. J. Ingenerf, Institut für Med. Informatik Universität zu Lübeck

L

Labor-Informations-System (LIS)

EDV-System zur Dokumentation und Verwaltung medizinischer und administrativer Daten und Vorgänge in einem (medizinischen) Labor. Die wesentlichen Funktionen sind die Verwaltung von Patientenstammdaten, die Bereitstellung von Schnittstellen zu Untersuchungsgeräten, die Dokumentation medizinischer Daten nach den gesetzlichen Anforderungen, die Dokumentation abrechnungsrelevanter Leistungen sowie die Bereitstellung von Untersuchungsergebnissen.

LIS

M

Management-Informations-System (MIS)

Teil eines KIS, das der Unternehmensleitung in der Regel betriebswirtschaftliche Informationen zur Verfügung stellt, mit deren Hilfe das Unternehmen gelenkt bzw. das Controlling betrieben werden kann.

Hierbei kann ein Data Warehouse (deutsch Datenlager) eingesetzt werden. Das ist eine zentrale Datensammlung (meist eine Datenbank), deren Inhalt sich aus Daten unterschiedlicher Quellen zusammensetzt. Die Daten werden von den Datenquellen in das Data Warehouse geladen und dort vor allem für die Datenanalyse und zur betriebswirtschaftlichen Entscheidungshilfe in Unternehmen langfristig gespeichert.

Medizinischer Wissensserver

Entscheidungsunterstützendes System in der Medizin

Anwendungssystem zur Unterstützung ärztlicher Entscheidungen. Als Komponente eines Krankenhaus-Informations-Systems stellt es in möglichst integrierter Form aktuelles medizinisches Wissen am Klinischen Arbeitsplatz zur Verfügung. Zwei verschiedene Kategorien von Systemen mit unterschiedlichen Benennungen werden unterschieden: Fachinformationssystem (Nachschlagewerk, Literaturdatenbank) und Wissensbasierte Systeme (Expertenwissen).

Quelle: Dr. rer. nat. J. Ingenerf, Institut für Med. Informatik Universität zu Lübeck

MIS

O

Order-Entry-Systeme

Der Teil eines KIS, der die Beauftragung von Untersuchungen durch „Dienstleister” wie das Labor, die Pathologie, Radiologie und Nuklearmedizin elektronisch unterstützt. Dies beinhaltet u.a. eine sichere Zuordnung von Probe(n) zu einem Patienten im Falle des Labors und der Pathologie und eine Terminplanung im Falle radiologischer und nuklearmedizinischer Untersuchungen des Patienten. Die Auftraggeber (Ärzte, Pflegekräfte...) sollten den Status des Auftrags verfolgen können.

Quelle: Dr. rer. nat. J. Ingenerf, Institut für Med. Informatik Universität zu Lübeck

P

PACS
Patientendatenmanagementsystem (PDM)

Teil eines KIS zur zentralen Verwaltung und Verarbeitung von Patienten- und Behandlungsfalldaten. Die eindeutige Identifikation von Patienten und Behandlungsfällen gewährleistet die korrekte Zusammenführung von allen Behandlungsfällen zu einem Patienten. Wesentliche Funktionen eines PDM-Systems sind die Aufnahme, Verlegung und Entlassung von Patienten, das Erstellen von Etiketten, Formularen, Barcodes etc., eine Basisdokumentation, das Erfassen von abrechnungsorientierten Daten und Fakturieren, das Generieren von Listen und  Statistiken und die Kommunikation mit den Kostenträgern  Unter diesem Begriff seien hier auch Ambulanzsysteme zur Unterstützung der ambulanten Versorgung ohne einen pflegerischen Anteil verstanden.

Quelle: Dr. rer. nat. J. Ingenerf, Institut für Med. Informatik Universität zu Lübeck

PDM
Pflege-Informations-System

Der Teil eines KAS, welcher die pflegerelevanten informationsverarbeitenden Funktionen bereitstellt. Dazu gehören u.a. die Pflegedokumentation, Stationsorganisation, Essensanforderung, Material- und Medikamentenerfassung sowie die Dienstplanung.

Quelle: Dr. rer. nat. J. Ingenerf, Institut für Med. Informatik Universität zu Lübeck

Picture Archiving und Communication System (PACS)

Ein Bildarchivierungs- und Kommunikationssystem für alle Bilder eines Patienten auf der Basis digitaler Rechner und Netzwerke. PACS-Systeme erfassen digitale Bilddaten aller Modalitäten in der Radiologie, in der Nuklearmedizin sowie zunehmend auch die Bilddaten von Endoskopie, Kardiologie etc.

Praxis-Verwaltungs-System (PVS)

Teilsystem einer Arztpraxis, welches alle informationsverarbeitenden Prozesse und die an ihnen beteiligten menschlichen und maschinellen Handlungsträger in ihrer informationsverarbeitenden Rolle umfasst.

Wesentliche Komponenten des PVS: ein administratives EDV-System, das die Verwaltung der Arztpraxis als Unternehmen unterstützt, ein Patientendatenmanagementsystem, zur zentralen Verwaltung und Verarbeitung von Patienten- und Behandlungsfalldaten, ein Arztarbeitsplatzsystem für die Falldokumentation mit Anamnese, Berichts- und Arztbriefschreibung und Diagnosenmanagement, ggf. auch die Integration bildgebender Verfahren und von medizinischem Wissen.

PVS

R

Radiologie-Informations-System (RIS)

EDV-Systeme zur Dokumentation und Verwaltung medizinischer und administrativer Daten in der Radiologie. Die wesentlichen Funktionen sind die Verwaltung von Patientenstammdaten, die Terminplanung von radiologischen Untersuchungen, die Bereitstellung einer Schnittstelle zu digitalen Untersuchungsgeräten (z.B. CT, Magnetresonanztomografie), die Dokumentation medizinischer Daten nach den Anforderungen der Röntgenverordnung, die Dokumentation von abrechnungsrelevanten Leistungen sowie die Erstellung von radiologischen Befunden (ggf. unter Nutzung einer Spracherkennung).

RIS

T

Terminologieserver

EDV-System, das die in der Medizin üblichen sehr heterogenen Begriffe und Bezeichnungen unter Nutzung von semantischen Konzepten in eine einheitliche Standardterminologie überführt. Eine derartige Normalisierung von Bedeutungen spielt eine Schlüsselrolle bei der intra- und intersektoralen Vernetzung von Softwaresystemen im Gesundheitswesen und ermöglicht sowohl den Informationsaustausch wie auch die standardisierte Abbildung von Referenz- und Prozesswissen.