Gesundheitstelematik - Grundlagenkurs

Hintergrund und Motivation

Die Vernetzung von Informationssystemen im Gesundheitswesen sowie die Schaffung neuer telematischer Anwendungen wie z.B. einrichtungsübergreifender elektronischer Patientenaktensysteme oder Telemedizinanwendungen ist in alle großen Industrienationen ein zentrales Thema der Gesundheitspolitik bzw. der Systemgestaltung geworden. Aber auch die WHO hat das Thema zu einem Schwerpunktthema gemacht, da deutlich wurde, dass mit telematischen Technologien bzw. Telemedizinanwendungen die Gesundheitsversorgung in strukturschwachen Gebieten verbessert und Expertise unabhängig von Raum und Zeit verfügbar gemacht werden kann. So ist die Gesundheitstelematik – oft auch als eHealth bezeichnet – weltweit zu einem Hype-Thema geworden. Die Motivation ist vielfältig und in den Industrieländern vor allem durch den demografischen Wandel induziert, der vielerorts mit einem Ärztemangel in abgelegenen Regionen einhergeht. Aber nicht nur durch mehr Effektivität und Effizienz, z.B. durch bessere zeitnahe Zusammenarbeit der Akteure, erhofft man sich positive Veränderungen. Auch die Verbesserung der Patientensicherheit sowie der Patientenpartizipation sind wichtige Aspekte. Bereits 2004 wurde in Deutschland mit dem § 291a SGB V eine Rechtsgrundlage für den Aufbau einer nationalen Telematikinfrastruktur geschaffen, die in 2015 mit der Anwendung Versichertenstammdatenabgleich zur Erprobung ansteht. Telematische Anwendungen müssen sich an den Prozessen im Gesundheitswesen, an den Anforderungen der Benutzer sowie an den rechtlichen Rahmenbedingungen orientieren. Trotz der Vielzahl heute schon existierender Anwendungen sind als Basis für diese vielen Anwendungen oftmals zwei „Basisanwendungen“ von besonderem Interesse: Die sichere Punkt-zu-Punkt-Kommunikation von medizinischen Dokumenten zwischen Behandlungsinstitutionen und die Führung einer gemeinsamen einrichtungsübergreifenden Patientendokumentation in Form einer Patienten- oder Fallakte. Dabei kommen zunehmend auch mobile Anwendungen ins Spiel, die als persönliche Anwendungen des Patienten in größere Szenarien integriert werden müssen. Telematikplattformen beinhalten informatische Artefakte, um eine gewinnbringende Interoperabilität zwischen den verschiedenen lokalen Systemen oder diesen und zentralen Artefakten zu ermöglichen.

Lernziele

Sie kennen und verstehen bzw. können erläutern

  • die Motivation und Ziele für den Einsatz telematischer Lösungen im Gesundheitswesen,
  • einen Überblick zu den verschiedenartigen Anwendungen,
  • die prinzipiellen einrichtungsübergreifenden Interaktionsszenarien im Rahmen von Behandlungsprozesse und ihre mögliche IT Unterstützung,
  • organisatorisch/rechtliche Aspekte telematischer und telemedizinischer Lösungen,
  • die besondere Bedeutung von Datenschutzmechanismen,
  • prinzipielle Artefakte einer telematischen Plattform für das Gesundheitswesen,
  • Nutzen und Grundprinzipien von Verfahren zur sicheren Kommunikation von Informationsobjekten,
  • Nutzen und Grundprinzipien von einrichtungsübergreifenden elektronischen Akten im Gesundheitswesen sowie verschiedene Ausprägungen hierzu,
  • telemedizinische Verfahren, insbesondere das Telemonitoring,
  • die Begriffe mHealth und pHealth

Sie können

  • telematischer Lösungen hinsichtlich wichtiger Grundprinzipien analysieren und evaluieren.

Sie können

  • telematischer Lösungen hinsichtlich wichtiger Grundprinzipien spezifizieren und je nach informatischer Vorbildung kreieren.

Am Ende des Kurses haben die Teilnehmer/innen einen guten Überblick zu gesundheitstelematischen Lösungsansätzen, kennen das Potenzial und die Grenzen des IT-Einsatzes und wissen, welche technischen Voraussetzungen für eine funktionierende nationale Telematik notwendig sind. Sie können den Unterschied zwischen den Verfahren der reinen Punkt-zu-Punkt-Kommunikation von Informationsobjekten gegenüber Verfahren der Teledokumentation erläutern und Lösungsansätze hinsichtlich verschiedener Aspekte einschätzen und bewerten.

Lernpfad

Der Kurs besteht aus sechs Themenblöcken, die anhand des linksseitig angegebenen Lernpfades zu bearbeiten sind. Innerhalb der Themenblöcke sind die einzelnen Lerneinheiten sequentiell ab- zuarbeiten. Die Lernpfadsteuerung erfolgt mittels der Lernplattform.

Die Freischaltung der jeweils nächsten Lerneinheit erfolgt nach Abschluss der vorgehergehenden Lerneinheit und Ausfüllen des eLOB-Bewertungsbogens.

Preise und Konditionen

Die Kursfreischaltung erfolgt nach Anmeldung, Vorliegen der Kursvereinbarung und Zahlungseingang. Beim erstmaligen betreten der Lernplattform sind ist die Nutzungsvereinbarung anzunehmen.

  • Kursgebühr 790 € zzgl. 19 % MwSt. pro namentlichem Kursteilnehmer für bvitg-Mitglieder

  • Kurgebühr 990 € zzgl. 19 % MwSt. pro namentlichem Kursteilnehmer für Mitglieder verbundener Verbände (GMDS, BVMI und ALKRZ)

  • Kursgebühr 1.190 € zzgl. 19 % MwSt. pro namentlichem Kursteilnehmer für Nichtmitglieder bvitg, GMDS, BVMI oder ALKRZ

  • Prüfungsgebühr 100 € inkl. Zertifikatsausstellung (optional)
  • Begleitmaterial (Druckversion der Kursinhalte im pdf-Format)
  • Kursverfügbarkeit 2 Monate (optional 3 Monate) ab Freischaltung

Weitere detaillierte Informationen zum Kursinhalt erhalten Sie auf Anfrage an peter.haas@prof-haas.de zugesandt. 

Anmeldeformular E-Learning Seminare (PDF)