Anfang 2012 gründeten der bvitg e. V. und der Verein Elektronische FallAkte e. V. eine Arbeitsgruppe "EFA on top of IHE". Ziel der Arbeitsgruppe ist es, eine auf IHE basierende Version der elektronischen FallAkte Version EFA 2.0 zu erarbeiten und vorzustellen. Wesentliche Leitlinie der gemeinsamen Fallaktenentwicklung, die die zweckgebundene Kommunikation von Behandlern in intersektoralen Versorgungsprozessen unterstützen soll, ist ihre internationale Ausrichtung. Das bereits in verschiedenen regionalen Gesundheitsnetzen bewährte und mit den Landesdatenschützern abgestimmte Konzept der elektronischen FallAkte wird somit "on top of IHE" aufgesetzt.

Presseinformationen im Überblick

30.7.2013: Große Resonanz auf IHE-konforme FallAkte - Endspurt für „EFA on top of IHE"

Das gemeinsam vom Verein Elektronische FallAkte e. V., dem Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. und IHE Deutschland e. V. vorangetriebene Harmonisierungsprojekt für die einrichtungsübergreifende Nutzung elektronischer Aktensysteme im Gesundheitswesen geht in die Zielgerade: Die Kommentierungsphase für die EFA 2.0 und das IHE-Cookbook ist abgeschlossen. Bis Ende September veröffentlicht die Projektgruppe „EFA on top of IHE“ die anhand der eingegangenen Kommentare überarbeiteten Spezifikationen. Die beteiligten Vereine empfehlen Krankenhäusern und Arztpraxen, bei der Neubeschaffung von Aktensystemen die Unterstützung dieser Standards ausdrücklich einzufordern.

„Mit der Version EFA 2.0 setzt die Elektronische FallAkte jetzt direkt dort an, wohin sich IT-Systeme im Gesundheitswesen in den vergangenen Jahren entwickelt haben: Selbst innerhalb vieler Krankenhäuser sind IT-Strukturen überwiegend modular aufgebaut, die einzelnen Funktionen sind über standardisierte Schnittstellen miteinander vernetzt“, so Volker Lowitsch, 1. Vorsitzender des Vereins Elektronische FallAkte. e. V. und Leiter des Geschäftsbereichs IT am Universitätsklinikum Aachen: „Als Basis für die herstellerübergreifende Interoperabilität dienen heute zumeist IHE-Profile. Mit solchen Systemen sind Kliniken bei Investitionen auf der sicheren Seite.“ Die Empfehlungen und Festlegungen der 1997 gestarteten, internationalen Initiative „Integrating the Healthcare Enterprise“ (IHE) e. V. haben mittlerweile – auch ohne gesetzliche Vorgaben – in vielen Ländern den Rang allgemeingültiger Standards in der Gesundheits-IT erreicht.

Datenschutzgerechter Dokumentenaustausch für Ärzte im Fokus
Mit IHE XDS (Cross-Enterprise Document Sharing) gebe es bereits ein IHE-Profil für die einrichtungsübergreifende Nutzung medizinischer Akten, sagt Andreas Kassner, Geschäftsführer von IHE Deutschland e. V. und im bvitg e. V. in die Projektgruppe „EFA on top of IHE“ involviert, in der Vertreter der bvitg-AG Interoperabilität aktiv an der Entwicklung der EFA 2.0 und des IHE-Cookbook beteiligt waren. „Allerdings waren die in IHE XDS vorgeschlagenen Abläufe unter den Rahmenbedingungen in Deutschland bislang nur bedingt umsetzbar“, so Kassner. Beispielsweise fehlte das Berechtigungsmanagement. Die hohen Anforderungen insbesondere zu Datenschutz und Datensicherheit habe hingegen der EFA-Standard mit seiner Sicherheitsarchitektur bereits umfassend berücksichtigt. „Im IHE-Cookbook haben wir diese Prinzipien jetzt allgemein für IHE-Profile zum Aktenaustausch formuliert.“ Damit stehen erstmals in Deutschland Umsetzungsempfehlungen sowohl für einrichtungsübergreifende Patientenakten und persönliche Patientenakten als auch für die Fallbezogenen Akten (EFA) zur Verfügung. „Diese Entwicklung wird auch in anderen Ländern sehr aufmerksam beobachtet“, merkt Kassner an. „Datenschutz ist ja nicht nur in Deutschland ein wichtiges Thema.“

„Aus Sicht der Informationsflüsse hebt EFA die Trennung zwischen ambulantem und stationärem Sektor in Deutschland völlig auf“, betont Dr. Winfried Seibert, der als stellvertretender Leiter Klinische Systeme am Städtischen Klinikum München bereits ein EFA-Projekt für Darmkrebspatienten realisiert hat. „Wenn Systeme die EFA 2.0 und das IHE-Cookbook unterstützen, benötigen Kliniken und Arztpraxen endlich keine teuren Individuallösungen mehr, um in Versorgungsnetzen auch die Datenschutzanforderungen adäquat zu realisieren.“ Die Integration der IHE-Profile gestattet darüber hinaus auch eine stufenweise Weiterentwicklung bereits bestehender Projekte. Dabei sei EFA 2.0 funktional voll kompatibel zu bisherigen EFA-Schnittstellen und EFA-Netzen, betont Lowitsch.

Systemhersteller setzen auf IHE-Profile
Darüber hinaus sind sämtliche Aspekte der FallAkte jetzt, wie bei den IHE-Profilen üblich, als funktionale Bausteine und Prozesse definiert – von der Nutzerschnittstelle für den Arztarbeitsplatz über den Zugriff auf Dokumentenarchive bis zum Providerbetrieb. „Diese können ganz nach Bedarf miteinander kombiniert werden“, erklärt Dr. Jörg Caumanns vom Fraunhofer Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) Berlin, der im Autorenteam von „EFA on top of IHE“ die EFA 2.0-Entwicklung mitverantwortet: „Das erleichtert vielen Systemherstellern die Umsetzung.“ Da ein Großteil der Anbieter medizinischer Systeme international aufgestellt sei, bieten international anerkannte Standards und Verfahren eine gängige Basis für die Entwicklung neuer Produkte.

Die Systemanbieter waren von Anfang an eng in den Entwicklungsprozess eingebunden, hebt Andreas Kassner hervor: „Den IHE-Profilen misst der Markt eine große Rolle zu, entsprechend genau verfolgen international aktive Unternehmen alle unsere Entwicklungen und engagieren sich auch selbst in diesem Prozess.“ Die Zahl der eingegangenen Kommentare sei daher überschaubar, die Resonanz aber groß und durchweg positiv: „Viele Hersteller haben bereits entsprechende Produkte in der Entwicklungspipeline.“ Kassner rechnet mit ersten Markteinführungen im Jahr 2014. Zukünftig sei zudem ein stärkerer Einsatz der IHE-Profile über den Klinikbereich hinaus zu erwarten, da auch die IT-Systeme in Arztpraxen immer komplexer strukturiert sind.

2.5.2013: Startschuss für öffentliche Kommentierung von EFA 2.0 und IHE-Cookbook

Die neuen Spezifikationen EFA 2.0 und IHE-Cookbook stießen Mitte April auf der conhIT in Berlin auf reges Interesse. Mit dieser Woche beginnt die öffentliche Kommentierung der beiden Spezifikationen. Die an der Entwicklung beteiligten Vereine Elektronische Fallakte e. V., IHE Deutschland e. V. und bvitg e. V. laden die interessierte Öffentlichkeit nun dazu ein, sich an der Kommentierung zu beteiligen.

Die Kommentierungsfrist endet am 31.Mai 2013.

Zum Projekt "EFA on top of IHE"
Die EFA 2.0 Spezifikation umfasst die technische Beschreibung der fallbezogenen einrichtungsübergreifenden Patientenakte. Das IHE-Cookbook vereint die Beschreibung für die einrichtungsübergreifende Akte, die persönliche Patientenakte sowie die fallbezogene, einrichtungsübergreifende Akte (EFA 2.0) auf Basis von IHE-Profilen.

Der Hauptteil der EFA 2.0 Spezifikationen basiert auf den international etablierten IHE-Profilen. Anforderungen an das deutsche Gesundheitswesen, die einer besonderen Erweiterung bedürften, sind in die EFA 2.0 Spezifikation geflossen. Mit Abschluss der Kommentierungsphase und der Erstellung der finalen Dokumente sollen diese Erweiterungen in das internationale IHE-Framework einfließen.

Die EFA 2.0 ist das Ergebnis einer fruchtbaren Zusammenarbeit des Vereins Elektronische FallAkte, Fraunhofer FOKUS, IHE Deutschland und der AG Interoperabilität des bvitg e. V..

Für die Kommentierung nutzen Sie bitte die Kommentierungsformulare und Informationen unter:

http://wiki.hl7.de/index.php/cdaefa:Kommentierung_EFAv2.0 für die EFA 2.0
http://www.ihe-d.de/index.php/downloads/category/5-ihe-d-cookbook-v0-9 für das IHE-Cookbook

4.3.2013: EFA 2.0 und IHE-Cookbook werden auf der conhIT vorgestellt

Die Vereine Elektronische FallAkte, bvitg und IHE-Deutschland haben mit der elektronischen Fallakte Version 2.0 (EFA 2.0) und dem IHE-Cookbook erstmals ein Paket von Spezifikationen entwickelt, das die völlige Kompatibilität zwischen elektronischer Fallakte und IHE sicherstellt. Gleichzeitig steht mit dem IHE-Cookbook ein Konzept zur Verfügung, das alle gängigen Aktentypen vereint. Die drei Vereine sehen die Entwicklung als wesentlichen Schritt, um die Zusammenarbeit zwischen dem stationären und dem ambulanten Sektor deutlich zu verbessern.

Die Entwicklung der EFA 2.0-Spezifikation wird als Teil eines Gesamtpaketes zur Veröffentlichung gebracht. Neben der Beschreibung der Schnittstellen wird die Version 2.0 auch Konzepte für den sicheren Betrieb und Empfehlungen zu organisatorischen Maßnahmen im Krankenhaus und in der Praxis enthalten. Alltagsrelevante und rechtliche Aspekte bei der Nutzung werden ebenso behandelt wie betriebliche Fragen.

Mit der Version 2.0 erhalten IHE-konforme Systeme bestmöglichen Zugang zur elektronischen Fallakte. Gleichzeitig ist es für Hersteller von EFA 2.0-Systemen möglich, ihre Produkte in Ländern, die die Unterstützung von IHE voraussetzen, zu vertreiben. Die zukünftigen EFA-Spezifikationen werden mit den IHE-Spezifikationen synchron gehalten, so dass für die Hersteller und Anwender die langfristige Nutzbarkeit der Systeme sichergestellt ist. Der Version 2.0 wurde unverändert die Zweckbindung und die Patientenzustimmung als wesentliche Merkmale des EFA-Konzeptes zugrunde gelegt. Damit wird den Auflagen an den Datenschutz Rechnung getragen und eine strukturierte Sicht auf die Dokumente ermöglicht.

Parallel zu dieser Entwicklung wurde das IHE-Cookbook erarbeitet, welches alle drei Formen der gängigen Aktensysteme beschreibt und unterstützt: die persönliche einrichtungsübergreifende Patientenakte (PEPA), die fallbezogene Patientenakte (EFA) und die einrichtungsübergreifende Patientenakte (eEPA) auf Basis von IHE-Profilen. IT-Lösungen müssen damit nur noch das IHE-Cookbook unterstützen, um alle drei Anwendungsszenarien zu beherrschen. EFA 2.0 und IHE-Cookbook sind eng miteinander verzahnt, so dass eine Doppelentwicklung auf Seiten der Hersteller ausgeschlossen ist.

Damit Krankenhäuser und Praxen für die neue Aktengeneration gewappnet sind, empfehlen die Vereine Elektronische FallAkte, bvitg und IHE-Deutschland, bei der Neubeschaffung von Aktensystemen je nach Anwendungsbereich die Unterstützung von EFA 2.0 und IHE-Cookbook einzufordern. Die konsequente Ausrichtung an IHE-Spezifikationen bietet Herstellern wie Anwendern zudem eine hohe Investitionssicherheit.

Auf der conhIT 2013, die vom 9. bis 11. April 2013 auf dem Messegelände Berlin stattfindet, wird die EFA 2.0 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Folgende conhIT-Veranstaltungen widmen sich den Neuerungen zum Thema:

  • 09.04.2013, 14.30 - 15.30 Uhr: EFA 2.0 - Die FallAkte spricht IHE
  • 09.04.2013, 15.45 - 16.30 Uhr: focus Interoperabilität: Aktentypen xy – ungelöst! (mit anschließender Messeführung)
  • 10. April 2013, 16.30 - 17.30 Uhr: Standards und offene Schnittstellen in der Health-IT – Ein Streitgespräch
  • 11. April 2013, 13.30 -15.30, Einrichtungsübergreifende Patientenakten auf Basis von IHE in Deutschland.

19.4.2012: Bundesverband Gesundheits-IT und EFA-Verein vereinbaren Zusammenarbeit bei Aktenentwicklung

Selbst im Zeitalter von Smartphones und E-Mails ist es in Kliniken und Praxen ein gewohntes Bild: Papierakten, fehlende Vorbefunde zum Patienten, zeitaufwändige Telefonate mit externen Kollegen. Selbst moderne IT-Systeme scheitern häufig an der Pforte des externen Arztkollegen, da in seinem System eine andere „Sprache“ verwendet wird.

Der bvitg e. V. und der Verein Elektronische FallAkte e. V. haben sich zum Ziel gesetzt, diesen Missstand zu beheben und für die besonderen Anforderungen in Deutschland eine Kommunikationsplattform für eine arztgeführte elektronische Fallakte im Markt zu entwickeln und zu etablieren. Beide Partner bringen wichtige Elemente der Anwenderschaft und der Industrie in die Zusammenarbeit ein. Der Verein Elektronische FallAkte e. V. und seine Mitglieder, Krankenhäuser und Ärztenetze, greifen auf Erfahrungen aus der praktischen ärztlichen Routine und der Administration zurück sowie auf eine Sicherheitsarchitektur, die bereits mit den Landesdatenschutzbeauftragten abgestimmt ist. Der bvitg e. V. vertritt in Deutschland die führenden IT-Anbieter im Gesundheitswesen,
deren Produkte je nach Segment in bis zu 90 Prozent des ambulanten und stationären Sektors inklusive Reha-, Pflege- und Sozialeinrichtungen eingesetzt werden. Mit dem VHitG-Arztbrief und anderen Leitfäden hat er bereits innovative Standardisierungsprojekte realisiert.

Neu an der gemeinsamen Fallaktenentwicklung ist die internationale Ausrichtung. Die zukünftigen Spezifikationen der elektronischen Fallakte werden auf dem Fundament der international etablierten Standardisierungsarbeit von IHE basieren und notwendige Erweiterungen werden als nationale Erweiterung vom Bundesverband Gesundheits-IT und dem EFA-Verein gemeinsam definiert und in den entsprechenden Gremien vertreten. Dabei werden insbesondere die hohen datenschutzrechtlichen Anforderungen umgesetzt, die beim Austausch von Informationen zu einem medizinischen Fall eines Patienten über Sektor- und Einrichtungsgrenzen hinweg in Deutschland gelten.

Deutsche Lösungsanbieter können mit dieser Entwicklung ihre Komponenten im internationalen Markt wiederverwenden. Krankenhäuser und Praxen profitieren zudem von einer offenen Lösung, die mehr Stabilität bietet und durch den Verzicht auf Individualentwicklungen langfristig preislich attraktiver sein wird.

Erste Ergebnisse der Zusammenarbeit werden im September 2012 erwartet. Die Arbeit der Partner hat ausschließlich die Beschreibung der Konzepte in Form von Spezifikationen und Leitfäden im Fokus und nicht die Entwicklung eigener Software-Komponenten oder von Infrastrukturlösungen. Da die Ergebnisse offen zugänglich und frei von Lizenzrechten sind, dienen sie den betroffenen Anwendern und IT-Anbietern als Sprungbrett für eigene Lösungen.

12.9.2012: Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. und der Verein Elektronische FallAkte e. V. erarbeiten Konzept „EFA on top of IHE“

Effektive Informationstechnologie kann dem deutschen Gesundheitswesen helfen, mit wachsendem Kostendruck, steigenden Qualitätsanforderungen und dem demographischen Wandel umzugehen. Bisher haben IT-Technologien bei den verschiedenen Einrichtungen aber nur einen unzureichenden Eingang gefunden. Inzwischen nutzen die meisten Arztpraxen und Krankenhäuser zahlreiche IT-Systeme wie beispielsweise Krankenhausinformationssysteme, Arzt- und Dokumentationsregister, Bildarchivierungs- und Kommunikationssysteme. Diese sind aber häufig isolierte Einzelsysteme, die nicht intersektoral vernetzt sind und somit keine Informationen untereinander austauschen können. Als Folge dieser mangelnden Interoperabilität müssen viele Ärzte auch heute noch lange auf den Befundbericht eines Kollegen warten und Patienten müssen ihre Röntgenbilder manuell von Arzt zu Arzt tragen. Daraus resultieren Zeitverluste und unnötige Doppeluntersuchungen, weil die benötigten Informationen nicht oder nicht rechtzeitig im Behandlungsprozess verfügbar sind.

Um diesen Missstand zu beheben, haben der Bundesverband Gesundheits-IT - bvitg e. V. und der Verein Elektronische FallAkte e. V. auf der im April 2012 in Berlin stattgefundenen Health-IT-Branchenveranstaltung conhIT verabredet, gemeinsam eine an die deutschen Rahmenbedingungen angepasste Spezifikation für eine arztgeführte elektronische Fallakte zu entwickeln und im Markt zu etablieren. Der Verein Elektronische FallAkte e. V. greift über seine Mitglieder (Krankenhäuser und Ärztenetze) auf Erfahrungen aus der praktischen, ärztlichen Routine und der Administration sowie auf eine Sicherheitsarchitektur zurück, die bereits mit den Landesdatenschützern abgestimmt ist. Der Bundesverband Gesundheits-IT repräsentiert 90 Prozent der IT-Hersteller im stationären, ambulanten und zahnmedizinischen Bereich und hat mit dem VHitG-Arztbrief und anderen Leitfäden bereits innovative Standardisierungsprojekte realisiert.

Wesentliche Leitlinie der gemeinsamen Fallaktenentwicklung, die die zweckgebundene Kommunikation von Behandlern in intersektoralen Versorgungsprozessen unterstützen soll, ist eine internationale Ausrichtung. Die zukünftigen Spezifikationen der elektronischen Fallakte werden auf dem Fundament der international etablierten Standardisierungsarbeit von IHE basieren. Notwendige Erweiterungen werden als nationale Erweiterung vom bvitg und dem Verein Elektronische FallAkte gemeinsam definiert und in den entsprechenden Gremien vertreten. Das bereits in verschiedenen regionalen Gesundheitsnetzen bewährte und mit den Landesdatenschützern abgestimmte Konzept der elektronischen FallAkte wird somit „on top of IHE“ aufgesetzt.

Eine gemeinsam vom bvitg und vom Verein Elektronische FallAkte initiierte Arbeitsgruppe hat nunmehr erste Ergebnisse erzielt. Für die Arbeitspunkte „Harmonisierung der Informationsmodelle“, „Verwaltung von Patientenidentifikationen“, „Abbildung von Patientenzustimmungen“ und „Vernetzung von FallAkten-Providern“ wurden gemeinsame Machbarkeitskonzepte erarbeitet. Diese werden im nächsten Schritt ausspezifiziert und sollen sowohl in die Arbeiten der IHE (Cookbook, IHE Profil) als auch in die EFA-Spezifikation eingehen. Der Verein Elektronische FallAkte will in Abstimmung mit dem bvitg bis zum Frühjahr 2013 eine auf IHE basierende Version der EFA-Spezifikation (Version EFA2.0) erarbeiten und vorstellen.

Über die beteiligten Verbände

Bundesverband Gesundheits-IT - bvitg e. V.

Der bvitg e. V. vertritt in Deutschland die führenden IT-Anbieter im Gesundheitswesen, deren Produkte je nach Segment in bis zu 90 Prozent des ambulanten und stationären Sektors inklusive Reha-, Pflege- und Sozialeinrichtungen eingesetzt werden. Über 70 Prozent der Unternehmen sind international tätig. Der Bundesverband ist im Frühjahr 2011 aus dem Zusammenschluss des VDAP e.V. mit dem 1996 gegründeten VHitG e. V. hervorgegangen.

Das Projekt „EFA on top of IHE“ wurde von Vertretern der bvitg-AG Interoperabilität bearbeitet.

IHE Integrating the Healthcare Enterprise

IHE International (gegründet 1997) ist ein internationaler, gemeinnütziger Verein, in dem Heilberufler, Kliniken und Hersteller im Gesundheitswesen zusammenarbeiten, um die Interoperabilität sowie den elektronischen Austausch von Gesundheitsinformationen zu verbessern. Oberstes Ziel dieser Bemühungen ist es, eine für den Patienten optimale Gesundheitsversorgung sicherzustellen. IHE bedient sich hierzu etablierter Standards, die weltweit anerkannt und bereits vielfach implementiert sind. IHE International hat mehr als 350 Mitgliedsorganisationen, die mehr als 2.000 Mitarbeiter in IHE-Ausschüsse entsenden.

2002 gründeten Anwender und Hersteller eine deutsche Plattform für IHE als IHE Deutschland e. V.. Die Geschäftsstelle liegt seit 2010 beim Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. in Berlin.

Der Fokus von IHE Deutschland liegt auf

  • der Verbreitung der IHE-Gedanken etwa durch den IHE-Infotag, Referate auf Konferenzen sowie Projekte
  • der Erstellung nationaler Addenda, vorzugsweise mit anderen Verbänden
  • dem Aufbau eines Interoperabilitätsforums zur Vertretung internationaler Standards gegenüber öffentlichen Stellen und der Selbstverwaltung im deutschen Gesundheitswesen.

Verein Elektronische FallAkte e. V.

Der Verein Elektronische FallAkte e. V. ist eine Interessensgemeinschaft von derzeit 29 Mitgliedern – renommierten privaten Klinikketten, Universitätsklinika, kommunalen Krankenhäusern, Ärztenetzen sowie wesentlichen Verbänden des stationären und niedergelassenen Sektors. Ziel ist es, einen einheitlichen Kommunikationsstandard zu etablieren, der die Kooperation zwischen Ärzten im ambulanten und stationären Bereich bei der gemeinsamen Behandlung von Patienten unterstützt.

Ansprechpartner beim EFA-Verein:Volker Lowitsch c/o Universitätsklinikum Aachen, Tel.: 0241-80-88567, E-Mail: VLowitsch@ukaachen.de